back in black

candy for masochists

english

There’s a dirty thrill that comes from putting strange things in one’s mouth. And while it may not meet full-blown disorder status, there’s something almost as odd about the palate that gets off on liquorice. The old-school, blacker-than-black stuff, reminiscent of molded boot polish and soot, defies conventional wisdom on what spells YUM. It’s a sensual assault of intangible flavours—salty, tarry, herbal, bitter-smoky—that, if you have the right breed of taste buds, somehow magically equals delicious. And strangely addictive.

A sexy candy like chocolate will cuddle you in a soft embrace; comfort you through a breakup. Liquorice will punch you in the senses and steal your wallet. But like slaves to a twisted master, we always find ourselves going back for more.

At kadó, owner Ilse Böge is a confectionary curator who has tamed the unruly liquorice. She recites ingredients, which sound like parts of an apothecary toolkit, by heart: salmiak, liquorice root, violets, gum arabic. She scoops into bins and holds out their contents with an instruction: Suck. Let it get soft and warm. Now chew. She does the same, and we watch each other’s faces as the salty black juices begin to run down our throats.

[Image: black liquorice laces, by Maxime Ballesteros]

deutsch

Es ist, wie es ist: Sich komische Sachen in den Mund zu stecken, macht schweinischen Spaß. Auch wenn eine Vorliebe für Lakritze nicht unbedingt auf eine ausgewachsene Verhaltensstörung hindeutet: Bizarr ist beides. Das altmodische, rabenschwarze Zeug, das wie in Form gebrachte Schuhcreme oder Ruß aussieht, widerspricht konventionellen Vorstellungen von Leckereien. Der Angriff auf die Sinne mit schier undurchschaubaren Aromen von Salz, Teer, Kräutern und bitterem Rauch ruft geheimnisvollerweise den Eindruck hervor, es handele sich—die richtigen Geschmacksknospen vorausgesetzt—um eine süchtig machende Delikatesse.

Eine so aufreizende Leckerei wie Schokolade mag uns zärtlich umarmen und über unsere letzte Trennung hinwegtrösten. Lakritze hingegen rütteln unser Innerstes auf und ziehen uns das letzte Geld aus der Tasche.

Trotzdem kehren wir wie Sklaven immer wieder zu unserer dunklen Meisterin zurück.

Ilse Böger, die Inhaberin und Confiseurin des kadó, hat die aufsässige Lakritze gezähmt. Die Zutaten, die sie alle auswendig kennt, erinnern an den Inhalt eines Apothekerschranks: Salmiak, Süßwurzel, Veilchen und Gummi arabicum. Mit einer kleinen Schaufel fischt sie die Lakritze aus ihren Behältnissen und sagt: "Sie müssen lutschen. Warten Sie, bis es weich und warm geworden ist. Und jetzt kauen sie." Sie macht mit, und wir sehen uns in die Augen, während der schwarze Saft unsere Hälse hinunter rinnt.

[Bild: schwarze Lakritzschlange, von Maxime Ballesteros]

kadó

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