a matter of time

a pop-up restaurant where you pay in time, not money

english

What are you worth? Thirteen years of schooling and an overpriced university degree must be worth at least five digits, plus the value accrued to your CV through years of internships. Deduct a chunk for the debt this post-secondary education saddled you with. Add a few thousand for pricey orthodontic work, a few more for the cash sunk into the upkeep of your assets (gym, anti-ageing face cream). Subtract a few for a nicotine addiction and a pastry habit that is clogging your arteries, sight unseen. A pleasant enough sense of humour and covetable fashion sense ups your desirability quotient; minus a few, however, for post-30s depreciation and an off-putting tendency to be melancholy.

It’s clear that some things just can’t be given a price tag. Creating its own value system outside the world of financial capital is Time/Bank, a worldwide collective seeking to redefine the concept of currency. Members give of their time—offering skills from designing and translation to cooking—and thus accrue time “currency” in an online account. These funds can be spent on the services of other Time/Bank members, or at Time/Food, the Berlin chapter’s pop-up restaurant. Open on alternating Sundays, the restaurant serves inspired lunch menus costing half an hour of time.

[Image: Time currency, designed by Lawrence Weiner, photographed by Julieta Aranda]

deutsch

Wie viel bist du wert? Dreizehn Jahre Gymnasium, ein Bafög-finanzierter Universitätsabschluss und zig unbezahlte Hardcore-Praktika ergeben wahrscheinlich ohne Weiteres eine fünfstellige Summe. Abzüglich des Studienkredits, den du dir für dein Zweitstudium aufgehalst hast. Dazu kommt abartig teurer Zahnersatz, Fitnessstudio und — traurig, aber wahr —: Anti-Falten-Creme. Von der Kippen- und Kuchensucht, die deine Arterien so richtig übel verstopft, mal ganz abgesehen. Dein Sinn für Humor und Mode steigert unbesehen deinen Attraktivitätsquotienten, minus ein paar Stellen vor dem Komma aufgrund deiner verminderten Leistungsfähigkeit. (Immerhin hast du die Zwanziger längst hinter dir gelassen und neigst vermehrt zu melancholischer Verstimmung.)

Bestimmte Dinge lassen sich einfach nicht berechnen. Das globale Kollektiv „Time/Bank” hat deswegen ein System entwickelt, in dem Währung als Konzept eine Umwertung erfährt. Mitglieder stellen ihre Zeit zur Verfügung, indem sie sich zum Beispiel als Übersetzer, Köche oder Gesprächspartner anbieten und auf diese Weise auf ihrem Onlinekonto „Zeitwährung” akkumulieren. Diese wiederum kann zum Einsatz kommen, um Dienstleistungen von anderen „Time/Bank”-Mitgliedern in Anspruch zu nehmen, oder um es sich gut gehen zu lassen im Time/Food, einem Pop-up-Restaurant der Berliner Sektion des Kollektivs, das an wechselnden Sonntagen geöffnet ist. Hier gibt's originelle Lunch-Menüs — Kostenpunkt: eine halbe Stunde.

[Bild: Zeitwährung, entworfen von Lawrence Weiner, fotografiert von Julieta Aranda]

Time/Food

Open this Sun. 14.00-16.00 with a Norwegian-themed lunch menu. Next opening: March 18. Register for Time/Bank here | Winsstr. 65 | e-flux.com