tempus fugit

96-hour art performance in linienstraße gallery

english

Four days. 96 hours. 5760 minutes. 345,600 seconds. It’s a lot of time. A blank canvas. An expanse of infinite possibilities. Just think what you could accomplish in an unfettered 96 hours. Five years’ worth of late tax returns—filed! Long-abandoned creative project—done! Months-overdue library books—returned! “War and Peace”—finished!

Nice fantasy, but truth is, time slips away and leaves us with little to show for it. Besides sleeping and going through the motions at the office, most of us secretly squander an embarrassing amount of time procrastinating, snoozing, navel gazing, internet surfing, nose picking, thumbs twiddling, daydreaming, comfort eating, television watching, and staring into space.

This week, artist Yvonne Andreini will bravely put herself and all of her time-spending habits on full display. From today until Saturday, she’ll be living, working, and sleeping in a Mitte gallery space for a 96-hour performance, filling the paper-covered walls with drawings over the duration of the piece. Spectators are invited to gawk at and interact with the artist as she lives and breathes art for four days, or come by on Saturday when the fruits of her labours will be exhibited in the gallery in a one-night show.

[Image: Other works by Yvonne Andreini]

deutsch

Vier Tage. 96 Stunden. 5760 Minuten. 345.600 Sekunden. Verdammt lange Zeit, unendliche Möglichkeiten, Tabula rasa! Man muss sich nur mal vorstellen, was man alles in 96 Stunden schaffen kann: Aufgeschobene Einkommenssteuererklärungen – endlich in Sack und Tüten! Liegengelassene Projekte – abgeschlossen! Monatelang überfällige Bibliotheksbücher – abgegeben! „Krieg und Frieden“ – fertiggelesen!

Alles Wunschträume. Die Wahrheit ist: Die Zeit fliegt nur so an uns vorbei, und wir halten nichts in Händen zum Beweis. Außer mit Schlaf und roboterhaft verrichteter Büroarbeit verbringen die meisten von uns schrecklich viel Zeit damit, Dinge nicht geregelt zu kriegen, rumzudösen, sich in Selbstmitleid zu suhlen, im Internet zu surfen, in der Nase zu bohren, Däumchen zu drehen, tagzuträumen, Süßigkeiten zu mampfen, Fernsehen zu glotzen und an die Decke zu starren.

Die Künstlerin Yvonne Andreini lässt sich von der Öffentlichkeit diese Woche ganze 96 Stunden lang dabei beobachten, wie sie die Zeit rumkriegt. Von heute bis Samstag wird sie im Rahmen einer 96-stündigen Performance in einer Galerie in Mitte leben, arbeiten, schlafen und die papierbedeckten Wände mit Zeichnungen füllen. Interessierte sind eingeladen, dabei zuzusehen und mit der Künstlerin in Kontakt zu treten, während sie vier Tage lang Kunst atmet und lebt. Wem nicht nach Glotzen ist, kann auch am Samstag vorbeikommen, wenn die Früchte der Performance für einen Abend in einer Ausstellung zu sehen sind.

[Bild: Weitere Arbeiten von Yvonne Andreini]

Espace Surplus

Performance Feb. 21-25. Opening tonight 18.00-21.00, then open daily 15.00-20.00. Closing show Sat. 18.00-21.00 | Linienstr. 131 | espace-surplus.com