english
Infinite darkness. A more terrifying state is harder to imagine. Such is the meaning of the Ancient Greek word khaos (other definitions: void, chasm) which, in classical mythology, was the vast state of nothingness that existed before the world was created. The English-language derivation (meaning total disorder or confusion) is slightly milder but still no walk in the park.
It’s an unpleasant place to be, this chaotic void of infinite darkness. Without some semblance of order to our lives, the purpose and meaning of human existence begins to unravel. There’s a reason why, for ancient Greeks, khaos ended when the gods came onto the scene and spirituality cast its guiding light on humankind.
But then there are those who embrace chaos, who would dance with darkness and pitch themselves into the void. You’ll find their kind on Mondays in the dingy underbelly of the subterranean Madame Claude bar, jerking their bodies to the cacophonic noise coming from the speakers. The weekly Experimontag night unravels the confines of music theory—rhythm, measure, harmony—and substitutes a confusion of sound.
It’s safe enough to flirt with darkness, provided the sentence isn’t infinite. Rest assured that back upstairs, the usual order of things will be waiting when you emerge from the abyss.
[Image: The remains of the gig by Maxime Ballesteros]
deutsch
Unendliche Dunkelheit. Ein schrecklicherer Zustand ist kaum denkbar. Das altgriechische Wort khaos (andere Definitionen: Leere, klaffender Raum) bezeichnet in der klassischen Mythologie das unermessliche Nichts vor der Erschaffung der Welt. Das deutsche Lehnwort (Bedeutung: großes Durcheinander, Verwirrung) ist weniger stark, meint aber noch lange kein Zuckerschlecken.
Es ist ungemütlich in dieser chaotischen, unendlich dunklen Leere. Ohne den Eindruck, dass unser Leben einer gewissen Ordnung folgt, beginnen Sinn und Bedeutung der menschlichen Existenz ins Schwanken zu geraten. Mit gutem Grund hatte für die alten Griechen das khaos ein Ende, als Götter auf den Plan traten und der Glaube der Menschheit den Weg zu leuchten begann.
Man kann sich dem Chaos aber auch hingeben, mit der Dunkelheit ein Tänzchen wagen und sich ins Haltlose fallen lassen. Jeden Montag bewegen Menschen in den Katakomben der unterirdisch gelegenen Madame Claude ihre Leiber zu den Kakophonien, die aus den Lautsprechern dröhnen – oder sie hören einfach nur konzentriert zu. Beim wöchentlich stattfindenden Experimontag werden die Grundfesten der Musiktheorie – Rhythmus, Takt und Harmonie – erschüttert und durch akustische Konfusion ersetzt.
Solange der Urteilsspruch nicht auf unendlich lautet, ist der Flirt mit der Dunkelheit unbedenklich. Sicher ist, dass einen – nach dem Aufstieg aus dem Abgrund – im Obergeschoss wieder die Normalität der Dinge erwartet.
[Bild: Überbleibsel einer Show, von Maxime Ballesteros]
Experimontag
Doors at 19:00, music at 21:00 | +493084110861 | Lübbener Str. 19 | myspace.com/madameclaude








