english
If you enter your neighbour's vineyard, you may eat all the grapes you want, but do not put any in your basket.
-Deuteronomy 23:24
Climbing over the fence into the neighbours' backyard to pick a piece of fruit was a childhood thrill like no other. So long as you weren't caught, you were in for a treat—apples and cherries—that always tasted better when plucked from a forbidden tree.
Once deemed petty theft and penalised with fines and even jail time, public fruit picking became legal in Germany in 1975 under the motto "free fruit for free citizens." Mundraub.org takes advantage of this decree by providing an open platform for people to geographically locate unclaimed fruit and vegetables around the country.
The website discloses the coordinates of hundreds of trees that are up for free harvesting, but only take as much as your appetite demands—like Moses, the law prohibits walking away with a bounty.
The thrill, however, is the real treat. For nothing tastes better—as any child would attest—than that which does not belong to us.
[Bild: Fallen yellow plums on the corner of Fröbelstr./Prenzlauer Allee, courtesy of Mundraub.org]
deutsch
"Wenn du in deines Nächsten Weinberg gehest, so magst du Trauben essen nach deinem Willen, bis du satt bist, aber du sollst nichts in dein Gefäß tun." Altes Testament, 5. Buch Mose 23, 25
Was uns in unserer Kindheit alle Gebote vergessen und selbst hohe Zäune überwinden ließ, waren die Kirsch- und Apfelbäume unserer Nachbarn. (Bis der erzürnte Schrei des kinderhassenden bösen Onkels das Adrenalin in uns freisetzte.) Unsere Ausbeute waren - wenn alles gut ging - einige Kirschen oder Äpfel, mit denen wir uns den Tag versüßten.
Was noch vor 1975 als Mundraub mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet wurde, ist nun unter dem Motto "freies Obst für freie Bürger" völlig legal.
Auf der Website Mundraub.org stellen Freiwillige auf einer Karte Fundstellen von herrenlosem Obst und Gemüse ein. Die Obstreichtümer können dann kostenlos von der Allgemeinheit geerntet werden, jedoch nur in einer Menge, die der eigene Magen auch verträgt.
Der Existenz von geizigen Obstbaumbesitzern wird Mundraub.org hoffentlich keine Ende setzen. Denn manchmal gibt es einfach nichts Besseres als über den Zaun in einen verbotenen Baum zu klettern und dem dicken meckernden Opa 'ne lange Nase zu zeigen.
[Bild: Abgefallene Mirabelle Ecke Fröbelstr./Prenzlauer Allee, mit freundlicher Genehmigung von Mundraub.org]
Mundraub
Check website for locations in Berlin. | mundraub.org




